Kurzstunden und Bad-Besuch gegen Hitze
Wie gehen die Schulen mit der großen Hitze derzeit um? In Roding gibt es verschiedene Ansatzpunkte.
Die Hitze derzeit ist auch an den Rodinger Schulen ein großes Thema. Dabei greifen unterschiedliche Konzepte: Während die Realschule auf eine Kurzstundenregelung setzt, endet an der Grund- und Mittelschule der Unterricht nur am Donnerstag und Freitag früher. Und an der Grundschule Mitterdorf gab es am Montag einen (allerdings schon lange geplanten) Tag im Freibad.
An der Konrad-Adenauer-Realschule gibt es derzeit eine Kurzstundenregelung, wie Direktor Alexander Peintinger erläutert. Die Entscheidung über den Umgang mit extremen Temperaturen liege im Rahmen der gesetzlich verankerten Eigenverantwortung und des Organisationsermessens der Schulleitung. Es gelte, den pädagogischen Auftrag einerseits und andererseits der Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden und sorgsam abzuwiegen.
Da ein konzentriertes Lernen in den überhitzten Räumen der Schule ab den Mittagsstunden kaum noch sinnvoll möglich sei, werde der Handlungsspielraum genutzt und für diese Woche eine Kurzstundenregelung eingeführt. Dies sichere laut Peintinger den geordneten Unterrichtsbetrieb ohne Stundenausfall in den kühleren Stunden und biete gleichzeitig die nötige Planungssicherheit. Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit dem Schulforum getroffen worden, in dem Lehrer, Elternbeitragsmitglieder sowie die Schülermitverantwortung vertreten sind.
Auf regelmäßigeTrinkpausen wird geachtet
Der Unterricht wird bis einschließlich Freitag verkürzt und endet jeweils um 12.05 Uhr. Nicht davon betroffen sind lediglich die Abschlussschüler. Die finalen Tests finden alle wie geplant statt, die Schule bemühe sich, bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Für Schüler, die um 12.05 Uhr noch nicht nach Hause gehen könne, werde eine Aufsicht in den kühlsten Räumen der Schule bis zum regulären Ende des Stundenplans um 12.50 Uhr sichergestellt. Am Montag wurde dies aber nicht in Anspruch genommen, informiert Peintinger. Auch im Unterricht selbst würden Maßnahmen getroffen, um das heiße Wetter erträglicher zu machen. So würden anstrengendere Lerninhalte in die kühlen Morgenstunden und bei Bedarf in schattige Außenbereiche oder kühlere Räume verlegt. Ebenso sorge der Hausmeister bereits in den frühen Morgenstunden für eine intensive Querlüftung des gesamten Schulgebäudes und die Lehrkräfte achten verstärkt auf regelmäßige Trinkpausen. Ob die Kurzstundenregelung auch nächste Woche beibehalten werden, falls sich die Temperaturen nicht ändern, werde kurzfristig entschieden, so der Schulleiter. „Unser Konzept ist richtig und geht auf“, findet er.
An der Grund- und Mittelschule Roding sieht Rektor Heinrich Achatz Hitzefrei-Regelungen als etwas problematisch, „wir wollen nicht Tür und Tor öffnen“, sagt er, zumal gerade zahlreiche Abschlussprüfungen laufen.
Als „kleiner Kompromiss“ endet die Schule aber am Donnerstag für alle um 13 Uhr und am Freitag bereits um 11.20 Uhr. „An diesen Tagen soll es noch einmal deutlich heißer werden, außerdem heizt sich das Gebäude im Laufe der Woche auf“, so Achatz zu den Gründen. Hitzefrei zu geben sei immer auch mit sehr großem Aufwand verbunden, erklärt er, zumal die Betreuung der Schüler, die nicht früher nach Hause gehen könnten, trotzdem gewährleistet werden müsse. Den Schülern, die keine Abschlussprüfungen schreiben, früher freizugeben, ist für ihn auch keine pauschale Lösung: „Wir sind eine Schule, da sollten wir gemeinsam durch.“ Deshalb endet bis auf Freitag der Schultag für die Grundschüler auch nicht früher, diese seien aber ohnehin bis maximal 13 Uhr da.
Für nächste Woche hofft Achatz angesichts der Wetterprognosen auf Besserung, dann würden wieder „einigermaßen normale Sommertemperaturen“ erwartet. Ansonsten werde auch an seiner Schule kurzfristig entschieden, ob und welche Maßnahmen zum Einsatz kommen. Die Grundschule Mitterdorf wählte am Montag einen etwas anderen Ansatz gegen die Hitze: Alle Schüler und Lehrer durften den Tag im Rodinger Freibad verbringen. Dies war aber schon sehr lange geplant, sagt Rektorin Daniela Smola, „wir freuen uns aber sehr, dass das Wetter jetzt optimal für den Schwimmtag gepasst hat“. Schon eine Woche vorher gab es einen Tag im Freibad, im Vorjahr dagegen hatte die Aktion witterungsbedingt abgesagt werden müssen.
Nachmittagsbetreuungauf freiwilliger Basis
Ansonsten sei es den Eltern momentan angesichts der Temperaturen freigestellt, ob sie die Kinder in die eigentlich verpflichtende Nachmittagsbetreuung bringen, erläutert die Schulleiterin. Ebenso endet am Freitag analog mit der Grundschule Roding der Schultag für alle bereits um 11.20 Uhr. „Wir wollten da eine einheitliche Regelung“, betont sie. Ansonsten seien noch kleinere Aktionen möglich wie das Verteilen von Eis oder mal den Rasensprenger einzuschalten, sagt Smola.
(Quelle: Bayerwaldecho vom 23.06.2026)


















